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Prozessproduzierte Mikrodaten entstehen zumeist durch Verwaltungsvorgänge, entstammen also in der Regel einem nicht primär wissenschaftlichen Hintergrund.

Einige dieser prozessproduzierten Daten werden auch von Unternehmen für Unternehmen und die Wissenschaft aufbereitet und teilweise durch Survey-Daten (etwa den Ergebnissen von Telefonbefragungen bei Firmen) ergänzt.

Mikrodaten zu Abläufen, Produktionsprozessen und -kosten in Unternehmen enthalten oft wettbewerbsrelevante Informationen (z. B. Entwicklung des Kundenstammes) und sind somit speziell geschützt und nur schwer zugänglich. Meist sind derart sensible Daten nur im direkten Kontakt zu Firmen auswertbar und unterliegen in jedem Fall restriktiven Vertrags- und Nutzungsbedingungen.

Übersicht 3
Adressen für prozessproduzierte Mikrodaten

Bei den Statistischen Ämtern des Bundes und der Länder, am Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB), bei der Bundesagentur für Arbeit (BA), dem Forschungsdatenzentrum der Rentenversicherung (FDZ-RV) sowie bei der Deutschen Bundesbank finden Sie eine Reihe von prozessproduzierten Unternehmens- bzw. Betriebsdaten, von denen viele über die institutionseigenen Forschungsdatenzentren (FDZ) für die Wissenschaft zugänglich sind. Sie gelten auch als Mikrodaten. Beispiele hierfür sind:

Das Forschungsdatenzentrum der Rentenversicherung (FDZ-RV) bietet prozessproduzierte Mikrodaten zu den Leistungen der Rentenversicherung (z.B. Rehabilitation und Rente), sowie zu Anwartschaften aus sozialversicherungspflichtiger Beschäftigung, Kindererziehung und nicht erwerbsmäßiger Pflege an.Lupe

Zudem finden sich zahlreiche kommerzielle Anbieter in diesem Bereich:

  •  Die Amadeus Datenbank bietet Zugang zu Wirtschaftsdaten zu mehr als 20 Millionen öffentlichen und privaten Unternehmen aus 44 Ländern Europas.
  • Die Firmendatenbank Bisnode/Hoppenstedt bietet Informationen über die 300.000 bedeutendsten Unternehmen und Institutionen in Deutschland. Abgebildet werden Unternehmen ab einer Millionen Euro Jahresumsatz und/oder mindestens zehn Beschäftigten.
  • Bloomberg bietet Bestands- und Echtzeit-Datenlieferungen von Daten aus den verschiedensten Finanzbereichen (z.B. Bonds).
  • Das Bureau van Dijk bietet u.a. Zugang zu nationalen und internationale Firmen-, Banken-, Versichererdaten sowie zu Länderdaten mit volkswirtschaftlichen Indikatoren und Prognosen sowie M&A-Transaktionsdaten.
  • Thomson Reuters Datastream bietet Zugriff auf Aktienkurse, internationale Marktindizes, Bonds, Termingeschäfte, Wechselkurse, Zinssätze, Dividenden sowie makroökonomische Zeitreihen.
  • Die Wharton Research Data Services (WRDS) bieten Zugang zu mehr als 200 Terabyte Daten aus den Bereichen Accounting, Banking, Volkswirtschaft, Finanzwirtschaft, Versicherungsgewerbe, Marketing und Statistik.


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