Empfohlene Datenzitation

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Wenn Sie nun einen verwendeten Datensatz zitieren möchten, stehen Sie möglicherweise erst einmal vor dem Problem, dass Sie nicht genau wissen, wie Datensätze richtig zitiert werden können. Im Folgenden haben wir daher einige Beispiele für korrekte Zitationen von Forschungsdaten gesammelt, die Ihnen helfen, diese Quellen wissenschaftlich zu zitieren.

Da es noch keine verbindlichen Standards zur Datenzitation gibt, empfehlen wir eine Zitierung auf der Basis des da|ra-Metadatenschemas 3.1 (vgl. Helbig et al., 2014a; vgl. Helbig et al., 2014b).
Dieses Vorgehen entspricht auch dem empfohlenen Standard von DataCite (vgl. DataCite Metadata Working Group, 2013) und wird mit den folgenden Elementen erstellt:

Creator (Veröffentlichungsdatum): Titel. Publikationsagent. Identifier.

Es kann auch wünschenswert sein, zwei optionale Elemente – Version und Typ der Ressource – (gegebenenfalls) mit anzugeben. Dann ist die empfohlene Form wie folgt:

 Creator (Veröffentlichungsdatum): Titel. Version. Publikationsagent. Typ der Ressource. Identifier.

Dabei gelten neben den Definitionen im Metadatenschema folgende zusätzliche Empfehlungen:

Creator: Maximal fünf Namen sind möglich, danach ist mit ‘et al.’ abzukürzen.

Veröffentlichungsdatum: Hier wird nur das Jahr der Veröffentlichung des Datensatzes angegeben.

Titel: Hier sind der Titel und eventuell weitere Titel der Studie/des Datensatzes anzugeben.

Version: Die Version repräsentiert die Versionsnummer der Ressource.

Publikationsagent: Name des Datenzentrums/der Institution, das/die Ressource veröffentlicht hat.

Identifier: Hier erscheint ein Persistent Identifier. Für Angaben mit DOI-Namen kann der Identifier optional im Originalformat und in einem Http-Format erscheinen. Um direkt auf die Quelle des Objektes verweisen zu können, sollte der DOI-Name entweder mit der URL des Resolvers abgedruckt (http://doi.org/doi:10.4232/1.10770) oder – platzsparender – mit einem Hyperlink (doi:10.4232/1.10770) unterlegt werden.

Um diese Angaben für die zu zitierenden Forschungsdaten zu erhalten, empfiehlt es sich entweder das da|ra-Portal (www.da-ra.de) oder den Metadata Store von DataCite (https://mds.datacite.org) zu konsultieren.


Zur Veranschaulichung folgen einige Beispiele für die Datenzitation. Sie beschreiben Daten, die über da|ra/DataCite registriert wurden und zeigen, wie eine optimale Datenzitation aussieht.

 ausrufFahrenberg, Jochen (2010): Freiburger Beschwerdenliste FBL. Primärdaten der Normierungsstichprobe 1993. Version 1.0.0. ZPID- Leibniz-Zentrum für Psychologische Information und Dokumentation. Dataset. http://doi.org/10.5160/psychdata.fgjn05an08

 Rattinger, Hans; Roßteutscher, Sigrid; Schmitt-Beck, Rüdiger; Weßels, Bernhard (2012): Wahlkampf-Panel (GLES 2009). Version: 3.0.0. GESIS Datenarchiv. Dataset.doi:10.4232/1.11131.

 Schupp, Jürgen; Kroh, Martin; Goebel, Jan; Bartsch, Simone; Giesselmann, Marco et. al. (2013): Sozio-oekonomisches Panel (SOEP), Daten der Jahre 1984-2012. Version: 29. SOEP- Sozio-oekonomisches Panel. Dataset. doi:10.5684/soep.v29.

Zusätzlich gilt zu beachten, dass manche Datenanbieter spezielle Zitierweisen wünschen bzw. zwingend als Teil der Datennutzungsbedingungen festgelegt haben. (z.B. National Educational Panel Study (NEPS)). Um dem gerecht zu werden, sollte der DOI-Name der zu zitierenden Forschungsdaten zunächst aufgerufen werden (siehe “Struktur und Resolving eines DOI-Namens”). Unter der URL sind dann in der Regel die Nutzungsbedingungen (hier am Beispiel des NEPS) nachzulesen.

Darüberhinaus gibt es in Fachzeitschriften verschiedene Zitationsformate, die die oben beschriebene Zitationsweise abwandeln oder stark an die Zitation von Publikationen anpassen. Die Verwendung eines dieser Formate kann notwendig sein, wenn der Herausgeber einer Zeitschrift dieses Vorgehen verbindlich bei der Einreichung eines Beitrages vorschreibt. DataCite bietet in Kooperation mit crossref daher ein Werkzeug an, mit dessen Hilfe auf der Basis des DOI-Namens die Umwandlung in ein gewünschtes Format möglich wird. Der „DOI Citation Formater“ unterstützt 500 in der Verlagswelt übliche Zitationsformate in 45 Sprachen.

Übersicht 5
Zitation unter einer Tabelle (Quellenangabe)

Es ist üblich, unter den Tabellen und Grafiken einer Publikation die Quelle anzugeben. Dabei ist wie beim Verweis auf Literatur bzw. auf eine Datenquelle in einem Text zu verfahren, z.B.pfeil_unten_hg

„Quelle: SOEPv29.1, Berechnungen des Autors“ oder
„Source: SOEPv29.1, author’s calculations“.

Wenn ein Datensatz mit einem DOI-Namen versehen ist, dann sollte dieser auch mit angegeben werden. Allerdings ist die Nennung des DOI-Namens bei den meisten Zeitschriften in der Quellenangabe von Tabellen noch nicht üblich. Möglich wäre z. B:

„Quellen: SOEP (v29.1) (doi:10.5684/soep.v29.1), Berechnungen des Autors“.

In jedem Fall sollte die vollständige Zitationsangabe im Literaturverzeichnis aufgeführt werden.

 

Übersicht 6
Veröffentlichung von Daten bei Zeitschriften

Einige Zeitschriften verlangen inzwischen bei Veröffentlichung von Artikeln, die auf der Auswertung von Daten beruhen, dass die verwendeten Daten sowie oft auch der Programmcode (do-File, oder SPS-file) zusätzlich zum Artikelmanuskript mit eingereicht werden und zu Replikationszwecken zur Verfügung gestellt werden.

Bisher ist diese Art der Data Policy bei Zeitschriften im wirtschaftswissenschaftlichen Bereich nicht weit verbreitet: Vlaeminck und Siegert (2012) untersuchten 141 wirtschaftswissenschaftliche Fachzeitschriften, von denen 29 eine Data Policy hatten, die zum Bereitstellen von Daten oder Programmcode verpflichtete. Für den Bereich der Politikwissenschaft untersuchten Gherghina und Katsanidou (2013) 120 Fachzeitschriften, von denen 18 über eine Data Policy verfügten.
 

Data Policies einiger Fachzeitschriften in den Sozial- und Wirtschaftswissenschaften:

  • – American Economic Review (AER)
  • – Royal Economic Society (RES)
  • – Journal of the European Economic Association (JEEA)
  • – Political Analysis (PA)
  • – Annual Review Of Sociology (ARS)
  • – American Journal of Political Science (AJPS)
  • – American Sociological Review (ASR)

Dazu passend existiert mit dem „Replication Wiki“ ein Projekt, in dem publizierte wirtschaftswissenschaftliche Forschung repliziert werden kann.



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